Wasserwirtschaft ⋅ Infrastruktur

Schinkel: Im Hürdenlauf zum Regenrückhaltebecken

RRB Schwanenburgstraße

Um das Kanalnetz im Osnabrücker Ortsteil Schinkel zu entlasten, entsteht an der Schwanenburgstraße aktuell ein Regenrückhaltebecken – ein Projekt, das bereits 2017 angestoßen wurde. Damals hatte die SWO Netz GmbH das Team von ibt mit einer Machbarkeitsstudie für das Vorhaben beauftragt. In diesem Jahr konnte endlich mit dem Bau begonnen werden.

Schon im Rahmen der Studie war schnell klar geworden, dass die Bodenbeschaffenheit eine Komplikation darstellt, da der Untergrund aus klüftigem Fels besteht, der im Vergleich zu Sand- und Schluffböden besonders schwer zu lösen ist und somit den Einsatz von schwerem Gerät erfordert. Zudem muss das Regenrückhaltebecken aufgrund der Klüfte mit Ton abgedichtet werden, um unkontrollierte Abflüsse zu vermeiden. Rund um das Becken wird eine Drainageleitung benötigt, die bei hohen Grundwasserständen verhindern soll, dass die Tondichtung auftreibt. Eine weitere Herausforderung: Durch die Lage des Beckens am Hang des Schinkelbergs entstehen auf der Ostseite sehr lange und steile Böschungen. Da hier der alte Bolzplatz wieder angelegt werden soll, muss die östliche Beckenböschung zum Schutz spielender Kinder gesichert werden. Dazu wird zunächst mit einem Holzzaun und Bepflanzung gearbeitet.

In der Planung wurde auch deutlich, dass eine Aufweitung des Regenwasserkanals auf einer Länge von rund 200 Metern nötig ist, um weitere Flächen an das Regenrückhaltebecken anschließen zu können. Parallel zur Planung der Kanäle und des Beckens mussten zudem ein landschaftspflegerischer Begleitplan erstellt und erforderliche Gehölzrückschnitte mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Osnabrück abgestimmt werden.

RRB Schwanenburgstraße

Arbeiten auf engem Raum

Nicht nur die Planung forderte das ibt- Team. Auch bei der Umsetzung galt und gilt es, zahlreichen Widrigkeiten zu trotzen. So verläuft etwa über der Stelle, an der das Regenrückhaltebecken entsteht, eine Hochspannungsleitung, zu der ein Sicherheitsabstand von mindestens 3 m eingehalten werden muss. Dies erschwert neben dem Bodenaushub und dessen Verladung auf Lkw vor allem das Setzen des Drosselbauwerks. Denn dieses soll direkt unter der Leitung platziert werden. Ohnehin ist der Platz begrenzt: Bei den Kanalarbeiten muss etwa darauf geachtet werden, dass der vorhandene Baumbestand erhalten bleibt. Lastwagen, Bagger und Autokräne können nur hintereinander oder von zwei verschiedenen Seiten in die Baustelle einfahren. Eine logistische Herausforderung – insbesondere bei der Anlieferung des Drosselbauwerks und des 18 Tonnen schweren Betonschachts, der später als Schwimmstoffbarriere mit Sandfang dienen soll.

RRB Schwanenburgstraße

Das Projekt mit einem berechneten Bauvolumen in Höhe von 1,2 Mio. Euro zeigt einmal mehr die sehr gute Zusammenarbeit der ibt-Fachbereiche – hier: Wasserwirtschaft, Landschaftsplanung und Bauüberwachung. Auch die Abstimmung mit den externen Beteiligten – allen voran mit der SWO Netz GmbH – zielgerichtet und unkompliziert.