Wasserwirtschaft ⋅ Infrastruktur

Wichtiger Schritt für Hochwasserschutz in Bad Iburg

Neues Hochwasserrückhaltebecken

Neues Hochwasserrückhaltebecken "Mühlmeyer" - Bad Iburg

Die Bewohner des Ortsteils Glane in Bad Iburg können bei Starkregen wieder ruhiger schlafen. Im August 2010 hatte extremer Niederschlag in der Ortslage zu Überflutungen geführt, durch die zahlreiche Schäden entstanden. Das Wasser des Glaner Bachs reichte dabei an mehreren Überführungen bis zur Oberkante des Gewässerprofils und es kam zu einem Rück- und Überstau bis in die Ortsmitte hinein. Vor Ereignissen wie diesen schützt nun ein Hochwasserrückhaltebecken – ein Projekt, das von der Planung bis zum Bau in ibt-Hand lag.

2015 wurde zunächst eine hydraulische Untersuchung des Glaner Bachs durchgeführt, auf deren Grundlage die Planung erfolgen konnte. Angelegt wurde das Hochwasserrückhaltebecken „Mühlmeyer“ auf einer 15.000 m² großen Ackerfläche, direkt unterhalb des Zusammenflusses von Kolbach und Freedenbach. Aus diesen beiden Gewässern geht der Glaner Bach hervor. Das Einzugsgebiet des Freedenbachs beträgt an dieser Stelle 4,64 km², das des Kolbachs 7,07 km². Bei einer durchschnittlichen Tiefe von einem Meter wurden auf der Ackerfläche rund 13.000 m³ Retentionsvolumen geschaffen. Eine zu meisternde Herausforderung war unter anderem der hohe Grundwasserstand. Der Glaner Bach wurde mit einem Drosselorgan versehen, um den Abfluss auf das hydraulische Leistungsvermögen zu begrenzen. Oberhalb dieses Drosselorgans befindet sich nun eine rund 23 Meter lange Überlaufschwelle in das Hochwasserrückhaltebecken, die bei Starkregen überströmt wird. Das Becken „kappt“ so Abflussspitzen. Sowohl die Überlaufschwelle und die Drossel als auch der Auslaufbereich wurden akkurat mit Wasserbausteinen in Beton befestigt und verkleidet.

Bei dem Projekt mit einem Bauvolumen von rund 700.000 Euro, das im Juni 2018 abgeschlossen wurde, waren mehrere Fachbereiche des ibt involviert – darunter Vermessung, Wasserwirtschaft und Bauüberwachung. Eine besondere Rolle kam aber auch den Kollegen der Landschaftsplanung zu, die eine Umweltverträglichkeitsprüfung erarbeiteten und den landschaftspflegerischen Begleitplan erstellten.

Infokasten

  • Die Brücke des Mühlenwegs wurde im Rahmen der Arbeiten erneuert und ihre Einfassung mit Wasserbausteinen in Beton befestigt und verkleidet.
  • Der an das Hochwasserrückhaltebecken grenzende Mühlenteich der „Mühle der Freundschaft“ wurde entschlammt und wieder nutzbar gemacht.
  • Rund um das Becken führt nun ein Teil des „Iburger Mühlenwegs“. Der Wanderweg konnte dank Mitteln aus der Dorferneuerung und der guten Kooperation mit dem Planungsbüro für Landschaftsarchitektur von Hofen ausgebaut werden.