Wasserwirtschaft ⋅ Infrastruktur

Baugebiet Espelkamp mit ausreichenden Überflutungsflächen

Baugebiet "Koloniestraße" in Espelkamp

In Espelkamp wurde im Bereich der Koloniestraße ein neues Baugebiet mit 65 Baugrundstücken ausgewiesen. Das Team von ibt war bei der Erschließungsplanung genauso gefragt wie bei der Planung des Regenrückhaltebeckens und der Regen- und Schmutzwasserkanalisation. Auf Grund der beantragten Einleitungsmengen wurde zudem eine besondere Betrachtung des Vorflutgewässers Fabbenstedter Graben zur „Ableitung von immisionsorientierten Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinleitungen unter Berücksichtigung örtlicher Verhältnisse“ (BWK.M3) beauftragt. Die Bauüberwachung lag ebenfalls in der Verantwortung des ibt-Teams. Der BWK-Nachweis wurde mit dem Ziel erstellt, die hydraulische Belastung zu reduzieren. Hierfür wurden alle vorhandenen Einleitstellen analysiert, um die Einzugsgebiete zu identifizieren, die den potenziellen naturnahen Hochwasserabfluss um mehr als 10 % überschreiten. Auf dieser Basis konnten Möglichkeiten aufgezeigt werden, diese Überschreitungen zu reduzieren.

Besondere Lösungen für Starkregenereignisse

Die Kanäle im Baugebiet sind mit geringer Auslastung bemessen, um Starkregenereignisse oberhalb der Bemessungswerte bis zu einem 20-jährlichen Regenereignis schadlos und mit nur geringem Überstau abführen zu können. Für den Fall von Überflutungen wurde eine praktikable Lösung gefunden: Der Grünstreifen nördlich des Plangebietes wird als Notwasserweg gestaltet, dass hier Abflüsse aus möglichen Überflutungen abgeleitet werden können. Die Ableitung erfolgt über einen Spielplatz, der zu diesem Zweck als Überflutungsfläche ausgebildet und unterhalb des Straßenniveaus angelegt wird. Zudem sind zwei Regenrückhaltebecken entstanden, wobei eine mögliche östliche Erweiterung der Wohnbauflächen durch einen Verbindungskanal DN 800 bereits berücksichtigt wurde.

Kurz- und langfristige Entwicklung der Gewässer

Es wurde eine Gewässerentwicklungsplanung nach dem „Konzept zur naturnahen Entwicklung von Fließgewässern“ notwendig, um den Fabberstedter Graben als sandgeprägtes Fließgewässer naturnah im Rahmen der Möglichkeiten zu entwickeln. Der Gewässerentwicklungsplanung schreibt Entwicklungsziele für die Gewässersohle, die Ufer und die Auen fest.