Landschaftsplanung

Eine "Bachperle" für eine Bachperle

Renaturierungsprojekt Borgloher Bach

Renaturierungsprojekt Borgloher Bach - "Bachperle"

Der Borgloher Bach im Osnabrücker Hügelland plätschert wieder – dank der erfolgreichen Hand-in-Hand-Arbeit von Wasserwirtschaft und Landschaftsplanung. Über 50 Jahre war das Nebengewässer des Hase- Systems in der Gemeinde Hilter a.T.W. aus dem Landschaftsbild verschwunden. Der Grund: Wegen ehemals kontaminierten Wassers war der Bach in den 1960er-Jahren zum Schutz der Weidetiere verrohrt worden. Die Ursache der Kontamination war allerdings schon seit Jahrzehnten behoben.

Im Rahmen der Flurbereinigung Borgloh-Ost bot sich 2016 eine günstige Gelegenheit, das Gewässer wieder zu öffnen und durch Flächentausch naturnah zu gestalten. Bei dem Projekt mit einem Bauvolumen von 127.000 Euro wurde die Verrohrung auf der kompletten Länge von ca. 750 Metern aufgehoben. Der dadurch entstandene, durchgängige Gewässerverlauf wurde mit Gehölzreihen bepflanzt und mit einem Gewässerrandstreifen versehen. Auch eine begleitende Sekundäraue wurde angelegt. Eine weitere besondere Maßnahme war die Erschaffung eines großen Teichs als Amphibienlaich-Biotop in der Niederung des Borgloher Bachs.

Renaturierungsprojekt Borgloher Bach - "Bachperle"

In der Schlussphase des Projekts trat der „Verein zur Revitalisierung der Haseauen e.V.“ in Aktion: Gemeinsam mit Dritt- und Viertklässlern der Grundschulte Borgloh wurden Steine und Gehölze als Strukturelemente und Unterschlupfmöglichkeiten für kleine Tiere angelegt. Auch an den Freizeitwert wurde gedacht: Der Unterhaltungsverband 96 „Hase-Bever“, der die gesamte Maßnahme umsetzte, gestaltete auf liebevolle und künstlerische Art und Weise einen Ruheplatz am Wasser und setzte damit ein besonderes Highlight.

All diese Maßnahmen machen den Borgloher Bach heute wieder zu einer wahren „Bachperle“. Mit ebendiesem Titel wurde das Renaturierungsprojekt beim niedersächsischen Gewässerwettbewerb 2018 ausgezeichnet. Darüber freut sich besonders das ibt-Team, das in enger Abstimmung mit dem Fachdienst Umwelt des Landkreises Osnabrück und dem Unterhaltungsverband 96 „Hase-Bever“ maßgeblich an der Planung beteiligt war.