Wasserwirtschaft ⋅ Infrastruktur

Versorgungssicherheit für Trinkwasser bestätigt:
Hydraulische Berechnung in Dissen aTW

Hydraulische Berechnung - Wasserleitungsnetz Stadt Dissen aTW

Seit der letzten hydraulischen Berechnung im Jahr 1991 durch das Ingenieurbüro Bentrup & Tovar und dem darauf basierenden Ausbau des Wasserleitungsnetzes der Stadt Dissen aTW haben sich sowohl die rechtlichen Vorgaben als auch der Wasserbedarf verändert. Der Wirtschaftsstandort Dissen aTW wird durch lebensmittelproduzierende Betriebe geprägt, welche partiell Entnahmen aus dem öffentlichen Wasserversorgungsnetz benötigen. Durch Erweiterungen und Nutzungsänderungen, sowohl privat als auch industriell, wird zudem in Zukunft mehr Trinkwasser benötigt. Auch sollen Löschwasseranfragen auf Basis fundierter Werte beantwortet werden. Durch Beantragung zusätzlicher Förderrechte und Planung eines vierten Brunnens hat die Stadt Dissen aTW bereits reagiert. Um genaue Aussagen vor allem zu Brandschutzkonzepten, Löschwassernachweisen und Neuansiedlungen/Erweiterungen treffen zu können, war die Neuberechnung der gesamten Netzhydraulik erforderlich.

Hydraulische Berechnung: Versorgungssicherheit

Druckmessungen

Basis der hydraulischen Berechnung in Dissen aTW waren die Bestandsdaten des Wasserleitungsnetzes. Zum Einsatz kam das Simulationsprogramm STANET®, welches den Spitzenlastfall zu einem bestimmten Zeitpunkt simuliert und von einer maximalen Wasserentnahme ausgeht. Die Verifizierung der Ergebnisse erfolgte durch eigene Druckmessungen der Stadt Dissen aTW. Gerechnet wurde mit einem Ist-Zustand und einem Prognose-Zustand, bei dem zukünftige Neubauten und Verdichtungen in den Bereichen Wohnung, Industrie und Gewerbe Berücksichtigung fanden. Bei der Berechnung der Versorgungssicherheit wird der Druck aller Knotenpunkte des Netzes geprüft (Druck an Entnahmestellen: Min. 1,0 bar). Ausnahmen gibt es bei ausgeprägten Hochlagen, Höhenunterschiede werden berücksichtigt (DVGW-Arbeitsblatt W 400-1(A)). Die planmäßige Entwicklung in den zurückliegenden Jahren und den stabilen Aufbau des Netzes bestätigen die kaum vorhandenen Druckschwankungen.

Leistungsfähigkeit der Hydranten/ Löschwasser

Die Anforderungen an Hydranten und die maximale Löschwassermenge richten sich nach der Nutzung des Gebietes (Industrie versus Wohngebiet versus Außenbereich). Nach DVGW-Arbeitsblatt W 405 ist der Nachweis über die Löschwassermenge für eine Löschzeit von zwei Stunden zu führen. Dabei ist davon auszugehen, dass der Betriebsdruck an keiner Stelle des Netzes im bebauten Gebiet bei Löschwasserentnahme unter 1,5 bar abfällt. Der überwiegende Teil des Netzes ist auch in dieser Hinsicht gut versorgt, in einigen Gebieten sind weitere Verbesserungen (z. B. Ringschlussleitungen) notwendig. Die Stadt Dissen aTW kann sich nun langfristig durch die Anpassung der Fördermengen oder der Kapazitäten der Hochbehälter für einen veränderten Wasserverbrauch aufstellen.

Material der Rohrleitungen

Material der Rohrleitungen