Wasserwirtschaft ⋅ Infrastruktur

Generalentwässerungsplan der Gemeinde Hasbergen

Ein Generalentwässerungsplan (GEP) dient der Gemeinde als übergeordnetes Abwasserbeseitigungskonzept. Um einen modernen und qualifizierten Betrieb, eine planmäßige Instandhaltung und angemessene Weiterentwicklung eines Leitungsnetzes zu gewährleisten, muss neben dem Zustand des Netzes auch die hydraulische Leistungsfähigkeit beurteilt werden können. Der GEP der Gemeinde Hasbergen stammt aus dem Jahr 1984 und wurde durch unser Büro letztmalig 2008 fortgeschrieben.

Der Schwerpunkt bei der aktuellen Fortschreibung 2017 lag auf dem hydraulischen Nachweis der Regenwasserkanalisation und der Überprüfung der Regenrückhaltebecken (aktuell: neun Rückhaltebecken und eine private Speicheranlage). Zur hydraulischen Berechnung bzw. Überprüfung des Kanalisationsnetzes setzte ibt die Software KANAL++Hydraulik ein und modellierte die Regenwasserkanalisation mit dazugehörigen Einzugsgebieten einschließlich der Sonderbauwerke auf Basis der Daten aus dem Allgemeinen Liegenschaftskatasterinformationssystem ALKIS. Die genaue Aufschlüsselung nach Flächenart, Flächennutzung und Anteil der undurchlässigen Flächen (Versiegelungsgrad) dient als Grundlage für eine hydrodynamische Berechnung. Durch diese Berechnung lassen sich Abflusszustände wie beispielsweise Rückstau, Überstau sowie Fließumkehr und somit die physikalisch hydraulischen Gesetzmäßigkeiten des Fließvorgangs in Kanälen abbilden. Das Regenwasserkanalnetz der Gemeinde Hasbergen weist eine Gesamtlänge von rd. 78 km auf. Diese teilen sich auf in rd. 53 km Regenkanal mit unterschiedlichen Nennweiten (s. Abb.) und rd. 25 km Gewässer und Entwässerungsgräben. Ziel war es, eine zusammenhängende Betrachtung des Abflusses im Gewässer und der Kanalisation zu erhalten.

Mittels eines speziell entwickelten Modellregens werden die Auslastung der Regenwasserkanalisation berechnet und gegebenenfalls Bereiche mit einem Ein- und Überstau der Leitungen aufgezeigt. Grundlage für die Berechnung der Auslastung der Regenwasserkanalisation sind die Wassermengen, die rechnerisch bei einem 3-jährlichen Modellregenereignis aus den Schächten austreten (Überstauvolumina). Anhand einer Auswertung örtlich zusammenhängender überstauender Schächte konnten der Gemeinde einzelne Abschnitte mit kurz- bis mittelfristigem Handlungsbedarf aufgezeigt werden. Als Ergebnis erhält die Gemeinde eine übersichtliche Darstellung der vorhandenen Regenwasserkanalisation mit Aussagen zur hydraulischen Leistungsfähigkeit. Auf dieser Basis kann eine Prioritätenliste in Verbindung mit bestehenden oder perspektivischen Ausbauvorhaben bzw. Straßenbaumaßnahmen erstellt werden.