Straßenbau ⋅ Verkehr

Amphibien auf dem Weg nach Norden

Für die Gemeinde Essen/Oldb. wurden im September 2014 gleich mehrere verkehrsrelevante Weichen gestellt, begannen doch zeitgleich die Arbeiten für die neue Ortsumgehung und für die ebenfalls geplante Nord-West-Tangente, die von der Bundesstraße 68 neu nördlich am Gewerbegebiet vorbei an die Kreisstraße 358 führen sollen. „Wenn diese beiden Projekte im November dieses Jahres fertiggestellt sind, wird es spürbare positive Änderungen für die Bevölkerung und den Verkehrsfluss geben“, sagt ibt-Gesellschafter Reinhard Kock, der mit dem ibt-Team schon früh in die Planungen der Nord-West-Tangente eingebunden war. „Bereits im Jahr 2010 wurde unser Büro mit der Durchführung einer Machbarkeitsstudie beauftragt – und nun sind wir mittendrin in der Realisierungsphase, die in Zusammenarbeit mit der Firma Dallmann aus Bramsche läuft.“ Die Baulänge der Tangente beträgt 3,2 km, die Erdarbeiten umfassen ca. 56.350 m³ und es entsteht eine ca. 31.000 m² große Asphaltfläche.

Der Bau der Nord-West-Tangente bringt auch Änderungen für eine ganz andere Interessengruppe mit sich: „Im Rahmen der Eingriffsregelung sind auch Leitmaßnahmen für Amphibien zu berücksichtigen“, merkt Wolfgang Knopf vom ibt-Team an, der gemeinsam mit Reinhard Kock für die Bauüberwachung verantwortlich ist. „Die geplante Trasse verläuft teilweise durch einen Überwinterungsraum von Erdkröten und es ist von Wanderungen auszugehen. Also wurde der Rahmendurchlass, der für den Durchfluss des Nadamer Baches vorgesehen ist, auch als Amphibientunnel angelegt und mit zwei Kleintierstegen ausgestattet.“ Der Rahmendurchlass hat eine Gesamtlänge von 20 m, ist 3 m breit und 2,1 m hoch. Er wurde in sieben Segmenten mit einem Gewicht von jeweils 20 t angeliefert, die von einem Autokran akkurat positioniert wurden.

Die Fertigstellung der Nord-West-Tangente ist für Oktober 2015 geplant, der Nadamer Bach und die Amphibien können sich aber schon jetzt mit einer neuen Wegführung vertraut machen.