Abwasserreinigung
Klärschlammbehandlung
Regenwasserbewirtschaftung

Klärschlammvererdung Bad Laer

Auftraggeber: Gem. Bad Laer und Fa. Schumacher Kläranlagen, Wolfenbüttel

Die Kläranlage Bad Laer reinigt Abwässer von ca. 15.000 EW und wird durch die Fa. Schumacher Kläranlagen, Wolfenbüttel, betrieben. Das Ingenieurbüro Hans Tovar & Partner hat in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Bad Laer und dem Betreiber eine Wirtschaftlichkeitsunter suchung für die weitergehende Schlammbehandlung (Entwässerung) durchgeführt.

Die Klärschlammvererdung ergab sich als kostengünstigste aller untersuchten Entwässerungsverfahren. Folgerichtig wurde von ibt dann eine Vererdungsanlage geplant und durch die Aufsichtsbehörden (LK Osnabrück und Bez.Reg. Weser-Ems) genehmigt.

Das Prinzip basiert auf einer Vererdung mit Schilf. Insbesondere die sehr hohe Verdunstungsleistung und die Anforderungen des Standortes (hohe Stickstoff- und Phosphatkonzentrationen, Wasserwechselbereich mit getauchten Wurzeln, klimatische Ansprüche) sprechen für den Einsatz des Schilfes.

Die Polder werden chargenweise beschickt. Da die Schilfpflanzen die Fähigkeit besitzen, aus den Halmknoten heraus zu wurzeln, werden neu gebildete Schlammschichten immer wieder durchwurzelt. Dabei bleibt eine Wasserdurchlässigkeit über dem gesamten Schlammkörper erhalten. Parallel zu der fortlaufenden Durchwurzelung gelangt Sauerstoff in den Schlammkörper, der aerobe Mineralisationsprozesse einsetzen lässt. Der Schlamm wird konditioniert und das Drainagesystem der Filterbeete offen gehalten.

Aufgrund angetroffener Torfschichten im Untergrund erfolgt die Gründung auf einem Geogitter mit Filtervlies
Herstellung der Beckendichtung

Die Entwässerung des Schlammes erfolgt über Schwerkraft und Verdunstung. Durch das Pflanzensubstrat erfolgt eine Ableitung des Wassers in die darunter liegende Dränschicht. Die dort anfallenden Filtratwässer werden über Sammelleitungen einem Pumpwerk zugeführt und in die Kläranlage zurückgepumpt.

Als Endprodukt entsteht ein humoses, krümeliges, hellbraun gefärbtes, erdiges Substrat mit Trockensubstanzgehalten zwischen 50 und 70 %. Im Vergleich zum Nassschlamm kann eine Volumenreduzierung von über 90 % festgestellt werden.

Die Vererdungspolder für die Kläranlage Bad Laer sind auf eine Betriebszyklus von ca. acht Jahren ausgelegt. Ab dem achten Jahr wird jedes Jahr ein Polder aus der Beschickung genommen, nach einjähriger Ruhezeit geleert und wieder befüllt.

Leistungsumfang:

Voruntersuchung / Wirtschaftlichkeitsuntersuchung Vermessung / Entwurfs- und Genehmigungsplanung/ Ausführungsplanung / Ausschreibung / Bauüberwachung und Bauoberleitung

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